Dorn-Methode Kranke Rücken soll man drücken!
Die sanfte Wirbel- und Gelenktherapie nach Dorn: Eine äusserst wirksame Methode – rund 80 Prozent aller Rücken- und Gelenkprobleme vermag sie zu heilen. Auch Kopfschmerzen und organische Leiden verschwinden oft schon nach einer einzigen Behandlung. Dabei ist die Dorn-Methode so einfach, dass sie fast jeder an einem Tag erlernen kann. Und das ohne Hilfsgeräte – nur mit den Händen!
Die in einem kleinen Dorf im Allgäu begründete Dorn-Methode ist so wirksam, dass sie sich inzwischen weltweit verbreitet. Ob in Russland, Südamerika oder Australien: In allen Erdteilen wird schon nach dieser sanften Wirbelsäulen-Therapie behandelt. Allein im deutschsprachigen Raum helfen mehrere hundert Ärzte, Heilpraktiker, Krankengymnasten, aber auch Laien, mit „Daumendrücken“ ihren Zeitgenossen, die unter Rückenschmerzen leiden. Und das äusserst erfolgreich. Schliesslich hat diese Methode die solideste Basis, die man sich denken kann: Sie ist buchstäblich der Natur abgeschaut, ja abgetastet.
Die Erfolgsgeschichte beginnt mit einem Hexenschuss
Dieter Dorn, Sägewerk-Betreiber in Lauterach bei Memmingen, wollte einen Baum hochheben – da kam er selbst nicht mehr hoch. Hexenschuss! Da kam dem Allgäuer der alte Schlossbauer aus dem Nachbarsdorf in den Sinn, über den er am Stammtisch gelacht hatte. „Schlimmer kann es eh’ nicht kommen“, dachte sich Dorn und machte sich auf zu dem „Knocheneinrenker“, der schon auf die 80 zuging. Der renkte aber gar nicht, sondern Dorn musste mit dem Bein schlenkern, während der Alte mit wenigen Handgriffen den Wirbel reindrückte. Geradeso, wie er’s bei einer alten Bäuerin im Kemptener Umland gesehen hatte, die immer das Vieh „einrichtete“ – und die Dienstboten gleich dazu. Auch beim Sägewerkbesitzer Dorn war der Schmerz im Nu weg, und er konnte gleich wieder seine Arbeit tun.
Verblüfft fragte er, ob man so etwas lernen könne. „Du brauchst es nicht lernen, du kannst es“, war die Antwort. Der Alte forderte Dieter Dorn auf, mit dieser Methode weiterzuarbeiten, da er selbst nicht mehr lange leben würde. Dorn blieb tatsächlich keine Zeit mehr, in die Lehre zu gehen, denn vier Wochen später lag der Schlossbauer schon krank darnieder und starb kurz Zeit darauf. Doch die Sache liess Dorn nun keine Ruhe mehr. Sein Interesse war jetzt geweckt. Nur: Er musste sich die Methode jetzt selbst erarbeiten. Dorns erste Patientin war seine Frau, die seit zehn Jahren an sehr starken Kopfschmerzen litt, die allen medizinischen Heilversuchen trotzten. Diese Schmerzen verschwanden nach der Behandlung ebenso rasch wie sein Hexenschuss verschwunden war und sind seither nicht wieder gekommen.
Erst medizinisch ahnungslos – aber mit Gespür
„Ich wusste die ersten zehn Jahre ja nicht einmal, dass es die Dornfortsätze waren, auf die ich bei der Behandlung drückte“, gesteht Dieter Dorn heute, „ich dachte, das seien die Bandscheiben; ein solcher Laie war ich damals.” Heute weiss er: „Wenn ich anatomische Kenntnisse gehabt hätte, hätte ich alles so kompliziert gesehen, dass ich mich vieles nicht getraut hätte.“ So aber hat er die Not des betroffenen Mitmenschen buchstäblich erspürt, und weil er alle Sinne nur auf das Finden der normalen Funktion gerichtet hatte, ging es wie von selbst. Beim Abtasten der Halswirbelsäule seiner Frau spürte er Ungleichheiten. Einfühlsam lockerte er die Muskeln, drückte auf den vorstehenden Wirbel, der glitt in seine richtige Position – und die Frau war beschwerdefrei.
Der Landwirt begann, abends nach Feierabend in der Küche seine Nachbarn, Kollegen und Kunden zu behandeln. Mit der Zeit kamen immer mehr Hilfesuchende zu Dieter Dorn, und vielen hat er helfen können. Im Laufe der Jahre habe er etwa 20'000 Menschen die Wirbelsäule „grad gemacht“, bilanzierte er 1997 beim ersten Kongress über seine Methode. Noch heute praktiziert er werktags in den Abendstunden mit etwa 15 Patienten und Lernwilligen. Bis aus Norddeutschland, Österreich und aus der Schweiz kommen sie, haben viel Positives von der effektiven Behandlung der Gelenke und der Wirbelsäulen nach Dorn gehört. Und immer wieder gehören Ärzte, ja sogar Orthopäden zu seinen Patienten – und anschliessend oft zu seinen Schülern. Neue Patienten kann der Allgäuer inzwischen nicht mehr annehmen, er verweist auf die „Dorn-Therapeutenliste“.
„Wenn ein Bein rausgeht, muss es ja wieder reingehen“, mit dieser unkom-plizierten Sichtweise gelingt es Dorn, Beine wieder an den rechten Platz zu komplimentieren, nachdem er zuvor die Gesässmuskeln weich gedrückt hat: „Hartes muss man drücken, Weiches muss man dehnen!“ Dorn behagt es, von seiner Methode nach 25 Jahren sagen zu können: „Ich hab mich nie korrigieren müssen!“
Eine ischiaskranke Nachbarin – Dorns zweite Patientin – rief zwei Stunden später als die akute Entzündung abgeklungen war, aus dem Fenster herüber: „Ich kann wieder laufen!“ und sie lief noch all die Jahre, bis sie mit 85 starb, täglich über die Bergkuppe zur Kirche; vom Hüftgelenk-Operieren war keine Rede mehr. So ging es weiter. Ein Sägewerk-Kunde hatte immer gehumpelt, solange Dorn ihn kannte. Dorn machte auch ihm „das Bein rein“.
Dorn-Therapeuten sollen Hausaufgaben geben
Wenn man nach einer Behandlung durch den Dorn-Therapeuten keine „Hausaufgabe“ bekommen sollte, so der Begründer dieser Methode, soll man zu dem Therapeuten nicht mehr hingehen. Er verweist auf einen Patienten, der schon zehn Mal „nach Dorn“ behandelt worden sei, ohne auf das für ihn Wichtige hingewiesen worden zu sein, und der dann – frustriert – zu ihm kam. „Einmal hätte genügt“, meint Dorn, „aber man muss dem Patienten sagen, was er zu tun hat, sonst sind die Wirbel oder die Gelenke gleich wieder draussen.“
Die Methode Dorn ist nämlich eine äusserst patientenfreundliche Methode: Jeder kann alle Übungen des Wirbel- und Gelenke-Einrichtens auch selbst zu Hause machen und braucht nicht unbedingt zu einem professionellen Behandler gehen. Im Gegensatz zur üblichen Chiropraktik werden die Bänder nicht gedehnt und alle ähnlich gefährlichen Manöver unterbleiben. Und das Ergebnis hält besser und länger. Dieses Wunderwerk kann von jedem Behandler erreicht werden , der sein Gespür schult.
Erster Schritt: Beine gleich lang machen
Schauen wir uns die Dorn’schen Übungen der Reihe nach an:
Am Anfang steht immer das Messen der Beinlänge. Jeder zweite hat um bis zu vier Zentimeter ungleich lange Beine. Und das ist gefährlich. Denn solange die Beine verschieden lang sind, steht das Becken schief, und auf einer schiefen Basis kann sich die Wirbelsäule nicht statisch exakt aufbauen.
Da hilft auch keine Einlagesohle unter dem kürzeren Bein oder gar das Wegoperieren der Überlänge des anderen, ist doch in 98 Prozent aller Fälle das eine Bein schlicht deswegen länger, weil es aus dem Hüftgelenk „subluxiert“, also „draussen“ ist. Der Kopf des Oberschenkelknochens liegt nicht in der optimalen Lage in der Hüftgelenkspfanne. Verursacht wird diese Fehlstellung z.B. durch langes Sitzen und Autofahren.
In die rechte Position gleitet das lange Bein zurück, wenn man mit einem einfachen Hebelgriff nachhilft: Bein anwinkeln, Hand an die Pobacke/Gesässfalte und herziehen, während das Bein neben das andere abgestellt/abgelegt (wenn man bei der Übung auf dem Rücken liegt) wird. Um den Unterschied zu messen, muss jemand die gestreckten Beine hochheben und schauen, ob die eine Schuhsohle über die andere hinausragt.
Dieser Hebelgriff ist günstiger als die üblichen chiropraktischen Einrenkungen, weil dabei die Bänder kaum gedehnt werden, und diese Bänder sollen ja das Gelenk halten! Sind die Gelenke – vom Patienten selbst und lediglich unter Mithilfe des Therapeuten – richtig gestellt, dann bekommt man gezeigt, wie man diese Übungen allein zu Hause machen kann. Die Gelenkkorrektur schmerzt übrigens nicht.
Manche gehen auch nach einer chiropraktischen Behandlung zu einem Krankengymnasten. Dorn zeigte in einem Seminar einleuchtend, warum man in der ersten Zeit nach der Gelenkkorrektur alle Dehn- und Streckübungen weglassen sollte: Die Patientin hat massive Rückenprobleme. Als die Frau liegt und ihre gestreckten Beine gehoben werden, überragt der Absatz den anderen um gut fünf Zentimeter! Nach dem Korrekturgriff mit etwas Nachhilfe durch den Therapeuten stehen die Absatzenden parallel und die Beine sind jetzt also gleich lang. Dorn sagt, sie solle sich nun im Schneidersitz hinsetzen. Bei der Kontrolle danach ist das Bein wiederum fünf Zentimeter länger. Erneute erfolgreiche Korrektur. Nun soll sie ihr Knie zum Oberkörper herziehen. Bei der neuerlichen Messung ist nun das Bein wieder um fünf Zentimeter zu lang. Erneute Korrektur wieder erfolgreich. Wenn nun die Frau bloss in die Hocke geht, um sich die Schuhbänder zu binden, schon ist das Gelenk wieder draussen! Statt in die Hocke zu gehen, beugt man sich günstiger das Knie, empfiehlt Dorn.
„In allen Haltungen, in denen die Dorn-Methode ausgeübt wird, ist die Wirbelsäule wirklich vor Verletzungen geschützt. Ich habe mir das natürlich aus der Warte ganz genau angeguckt.
Es gibt nicht einen Griff, der auch nur im entferntesten eine ernsthafte Verletzung an der Wirbelsäule verursachen könnte.
Deswegen ist diese Methode durchaus auch für Laien gedacht, obwohl wir uns wünschen, dass auch Aerzte zuhören.“
Dr. Michael Schlaadt, prakt. Arzt Lindau, beim ersten Dornkongress |
Wichtig ist, dass die Frau nun während der nächsten ein bis zwei Wochen dafür sorgt, dass der Gelenkkopf möglichst immer in der Gelenkpfanne bleibt, dann straffen und regenerieren die Bänder und halten dann auch wieder. Die längste Regenerationsphase hat der Mensch über Nacht, also wird die Krankengymnastin jetzt jeden Abend im Bett ihr Hüftgelenk mit dem Hebelgriff richtig stellen. Diesen Griff wird sie auch tagsüber anwenden – immer wenn sie aus dem Auto steigt oder wenn sie länger gesessen hat. Lieber einmal öfter – man kann die Dorn’schen Übungen auch zur Vorbeugung machen. Das Beine-Übereinanderschlagen wird sie sich möglichst abgewöhnen, denn hier zieht das Gewicht leicht den Oberschenkel aus dem Gelenk. Wenn man auf-steht, müsste der Druck von der Seite kommen, damit er zurückgleitet, aber der Druck kommt von unten und so verkantet es. Lassen wir den Oberschenkel „draussen“ und laufen, so reibt es immerzu an der falschen Stelle, bis es zur Entzündung kommt. Wer dann immer noch mit Einlegsohlen „mogelt“, erarbeitet sich sozusagen selber sein neues Hüftgelenk! Ist der Knochen im Gelenk aber in der richtigen Position, so wirkt dieselbe Bewegung nicht zerstörerisch, sondern bewirkt sogar einen guten Stoffwechsel des Gelenkes.
Selbst wenn sich beim Messen der Beinlänge die beiden Beine gleich lang zeigen, werden bei der Dorn-Methode alle drei Beingelenke überprüft. Denn manchmal sind an beiden Beinen Gelenke „draussen“, dann können sie gleich lang erscheinen. Das Sprunggelenk wird mit Druck auf das Gelenk hin- und herbewegt. Beim Kniegelenk drückt der Therapeut mit der Wange auf die Kniescheibe, zieht die Wade vor und stellt mit Druck zum Gelenk dieses gerade.
Die Hüften lassen sich im Liegen und auch im Stehen richtig stellen: Man winkelt um 90 Grad den Oberschenkel ab und stellt das Bein langsam unter dem Gegendruck der Hand gerade. Für das Kniegelenk gilt: Das Knie im Sitzen auf dem Boden 90 Grad anwinkeln, mit der linken Hand auf den rechten Oberschenkel Druck ausüben, mit der rechten Hand das rechte Fussgelenk von hinten umfassen, die Wange auf die Kniescheibe drücken und langsam das Bein ausstrecken. Geradeso einfach wie die unteren Gelenke werden gegebenenfalls Finger-, Hand- und Armgelenke richtig gestellt: Ebenfalls um 90 Grad abwinkeln und mit Druck gerade stellen.
Zweiter Schritt: Wirbelsäule mit Daumen korrigieren
Wenn die Basis stimmt, geht es an die Wirbelsäule. Nun werden die einzelnen Wirbel auf die richtige Lage kontrolliert und gegebenenfalls mittels einer speziellen sanften Druckmethode mit Bewegung wieder in ihre normale Lage gedrückt. Im Idealfall fühlen sich die Fortsätze der Wirbel wie eine gerade, senkrechte Perlenkette an: Ein Dornfortsatz liegt genau über dem anderen. Spürt man Abweichungen, wird zunächst die Muskulatur mit Öl (am besten hochwertiges reines Olivenöl oder Johannisöl) und leichter, wenigstens zehnminütiger Massage gelockert. Nun übt der Therapeut während des Ausatmens mit dem Daumen gezielten Druck auf die Wirbelfortsätze aus und tastet mit den beiden Daumen die Wirbelsäule rechts und links von unten und oben ab. Dabei pendelt der (bis mind. zum 8. Brustwirbel) stehende Patient mit beiden Armen (bei der Brustwirbelsäule) oder mit dem Bein (beim Lendenwirbelbereich), wodurch Zug in der Muskulatur entsteht. Jeder Wirbel gleitet so in seine richtige Position. Das pendelnde Bein soll dabei immer jenes sein, das sich auf der gegenüberliegenden Seite des verschobenen Wirbels befindet.
“Mein Ziel ist es, diese Methode an die Ärzteschaft zu bringen. Und immer wieder sind auch Ärzte hier und machen ein Praktikum. Es sind sogar Professoren da.”
Dieter Dorn, Begründer der Methode |
Selbst das Einrichten der Halswirbelsäule geschieht auf ungefährliche Weise. Es wird nie ruckartig gerissen oder gerenkt, sondern immer nur mit dem Daumen Druck auf die Stelle ausgeübt.
Nachdem die Muskeln gelockert sind, wird der Kopf leicht auf die Seite geneigt und der Patient macht fortwährend Nein-Bewegungen, während der Therapeut auf den entsprechenden Wirbel Druck ausübt, bis dieser an seine richtige Stelle zurück gleitet. Dabei werden keine Bänder gedehnt, keine Nervenleitungen beschädigt; es geht alles ganz sanft zu.
Die Wirbelkorrektur ist nicht nur für die Wirbelsäule wichtig. Die Steuerung der Organe läuft vom Gehirn über das Rückenmark und dann treten zwischen den Wirbeln die Nervenleitungen aus, die zu den Organen führen. Sind die durch Wirbelfehlstellung blockiert, so funktioniert die Organsteuerung nicht. „Manchmal wäre es günstig, man würde, ehe man einen Herzschrittmacher einsetzt, erst einmal den zweiten Brustwirbel „rein machen“, ist eine der trocken humorvollen Bemerkungen Dorns.
Nach der Dornbehandlung sollte der Patient zwei bis drei Tage Anstrengungen jeder Art vermeiden. An den korrigierten Wirbeln kann Muskelkater-Schmerz auftreten. Er ist ein Zeichen für die Stabilisierung der neuen Wirbellage. In dieser Zeit sollte viel Wasser und Kräutertee getrunken werden, um den eingetretenen Entgiftungsprozess (aufgestaute Gifte und Ablagerungen in den Geweben werden als Nebeneffekt der Behandlung frei) zu unterstützen.
Quelle: Magazin “gesundheits-trends” / dorn-methode